Con Creatividad

Vom Sinn und Unsinn roter Fäden

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Journal, Reisen, Südamerika

Kein Ahnung ob es sinnvoll ist oder nicht, aber ich hatte das Gefühl ich müsste meine Reise unter ein Motto stellen. Dem ganzen einen roten Faden geben. Ein Konzept formulieren und dieses stringent durchziehen. Da spricht der Grafik-Designer in mir. So habe ich es ja schließlich gelernt.

Auf der einen Seite wehre ich mich dagegen, mein Vorhaben als „Projekt“ zu verstehen, das erfolgreich sein kann oder eben nicht. Wie soll sich das denn auch messen lassen? Und überhaupt, habe ich dann nicht Erwartungen an die Reise, die dem Geiste des Spontanen, des Sich-treiben-lassens wiedersprechen? Auf der anderen Seite mag ich den Gedanken, ein Leitmotif zu haben. Sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, warum man die Reise eigentlich unternimmt. Die Erwartungen, die man vielleicht hat, zu hinterfragen. Seine Einstellung zum Reisen zu kalibrieren.

Ich bin an dem Spruch oben hängen geblieben, den ich auf einer Wand an der Strandpromenade von Pimentel entdeckt habe und der ursprünglich mal als Werbeslogan für InkaCola genutzt wurde: „Con Creatividad todo es possible“

Der Begriff „Kreativität“ wird oft falsch verstanden. Es geht nicht (nur) um die Fähigkeit etwas zu kreieren, ein Bild zu zeichnen oder aus alten Paletten einen Tisch zu zimmern. Kreativität ist – soweit mein Laien-Verständnis reicht – vor allem die Fähigkeit Lösungsmöglichkeiten zu Problemstellungen zu entwickeln und umzusetzen.

Mich hat der Spruch deshalb angesprochen, weil die Reise von mir so viel Kreativität abverlangen wird wie vielleicht kein anderes Vorhaben bisher. Und weil ich sie nutzen will um meine Kreativität zu schulen. Zu Lernen. Über die Menschen, die in Südamerika leben. Über andere Kulturen, andere Lebenskonzepte, Ansichten, ganz alltägliche Dinge. Beobachten. Eintauchen. Austauschen. Mich inspirieren lassen.

Der Kontakt zu den Menschen vor Ort ist für mich der beste und schönste Weg, ein Land und seine Leute kennen zu lernen. Ich habe den Luxus, ohne Zeitdruck reisen und auch längere Zeit an einem Ort verbringen zu können, falls es sich ergibt. Dabei will ich eigene kleine Projekte durchführen oder mich an Projekten anderer zu beteiligen. Etwas zurückgeben. Inspiration sein. In welcher Form auch immer. Alles ist möglich.

Wahrscheinlich wird die Wand in Pimentel bald überstrichen. Der Sommer beginnt, die Touristen kommen, da muss die Promenade schick und sauber sein. Ich hoffe, sie lassen sich etwas kreatives einfallen…

 

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